Schützt die einzigartige Flora und Fauna auf dem Stotz!

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Schwarzstorch unterhalb des Stotz, aufgenommen am 25. Juni 2021.
Bild: Albert Jakob, Ornithologe, NABU Hessen

Als Bürgerinitiative Reichelsheim fordern wir die Mitglieder der Regionalversammlung Südhessen im Hinblick auf die Sitzung am Freitag, den 2. Juli 2021, auf: 

„Wir appellieren an die Mitglieder der Regionalversammlung Südhessen: Schützen Sie mit uns die einzigartige Flora und Fauna auf und um den Stotz zwischen Reichelsheim, Fürth und Mossautal im Odenwald und weisen Sie die Weißfläche nicht als Vorranggebiet für Windkraft aus. Klimaschutz und Artenschutz müssen zusammen betrachtet werden: Der Verlust von Biodiversität ist ebenso existenziell wie die Klimakrise. Der Ausbau von regenerativen Energien sollte naturverträglich sein. Die Corona-Krise hat uns mehr denn je gezeigt, dass wir Teil der Natur sind und diese schützen müssen. 

Auf und um den Stotz mit seinen Wiesentälern und bewaldeten Bergkuppen ist ein Biotop angesiedelt, das im Odenwald ein besonders hohes Vorkommen an geschützten Arten wie den Schwarzstorch oder den Rotmilan aufweist. Auch der dort rare Wald muss angesichts des Zustandes der hessischen Wälder und der anhaltenden Trockenheit vor massiven Eingriffen geschützt werden. Durch den avisierten Bau von derzeit sechs Windkraftanlagen mit Höhen bis zu 247 Metern wird dieser einzigartige Natur- und Landschaftsraum für immer verlorengehen. Die Höhen und die Anzahl der geplanten Windräder sind vollkommen überdimensioniert für dieses Gebiet, das bereits durch den Standort Kahlberg beeinträchtigt ist. Ihr Bau wäre mit schweren und unverhältnismäßigen Eingriffen in die Naturlandschaft – Anlieferung, Zufahrtsstraßen, Fundamente – verbunden, der Betrieb würde das ökologische Gleichgewicht auf Dauer stören.

Hinzu kommt, dass das Gebiet mit seinem Wechsel aus bewaldeter Bergkuppe, den Bachläufen und Streuobstwiesen bei Tourist*innen besonders beliebt ist, was durch die Corona-Krise noch einmal stärker zugenommen hat. Letztlich glauben wir, dass Klimaschutz nicht allein mit Windkraft zu bewältigen ist, sondern eines umfassenden und integrativen Handlungskonzepts bedarf. Dazu gehören eine Mobilitäts- und Bauwende, die Nutzung von Solar- und Wasserkraft, dezentrale und kleinteilige Energieproduktion, dezentrale Versorgungsstrukturen sowie eine generelle Reduktion des Energie-Verbrauchs – all dies muss stärker gefördert und umgesetzt werden. Windkraftanlagen auf dem Stotz sind – auch aufgrund der dort vorherrschenden Schwachwindigkeit – nicht das richtige Mittel, um den Klimaschutz in Hessen und Deutschland voranzubringen.“

Dr. Sylvia Tritsch und Martina Metzner
Sprecherinnen der Bürgerinitative Reichelsheim